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30. Juni 2026Statement zur Regionalliga-Reform-Abstimmung
Die SpVgg Bayreuth hat sich bei der Abstimmung zur Regionalliga-Reform am Montag klar für das von der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ vorgestellte Kompassmodell mit 20 Vereinen pro Staffel ausgesprochen. Genau diese Variante stand im Bereich des Bayerischen Fußball-Verbands jedoch nicht zur Wahl. Stattdessen wurde in Bayern über eine angepasste Version mit 18 Vereinen pro Staffel abgestimmt. Diesen Ablauf bewerten wir kritisch.
Die Abstimmung fand auf Ebene der jeweiligen Regionalverbände statt. Insgesamt beteiligten sich bundesweit 159 Vereine. Das Kompassmodell erhielt mit 81 Stimmen und 50,9 Prozent die meisten Stimmen. Auf das Regionenmodell entfielen 37 Stimmen beziehungsweise 23,3 Prozent. Für die Ausarbeitung neuer Modelle stimmten 34 Vereine und damit 21,4 Prozent. Der Status quo erhielt lediglich 7 Stimmen, was 4,4 Prozent entspricht.
Das Ergebnis zeigt: Eine Mehrheit der Vereine spricht sich für eine Veränderung der bestehenden Regionalliga-Struktur aus. Der aktuelle Zustand, bei dem Regionalliga-Meister nicht automatisch aufsteigen, ist für viele Vereine nicht länger tragbar.
Wir setzen uns seit Monaten im Rahmen der Initiative „Aufstiegsreform 2025“ für eine Reform der Regionalligen ein. Ziel bleibt eine Lösung, bei der sportliche Leistung konsequent belohnt wird und die Meister der Regionalligen direkt in die 3. Liga aufsteigen können.
Das ursprünglich vorgestellte Kompassmodell sah vier Regionalligen mit jeweils 20 Vereinen vor. Dieses Modell war aus unserer Sicht ein tragfähiger Kompromiss, weil es sportliche Fairness, wirtschaftliche Planbarkeit und regionale Breite miteinander verbunden hätte.
Wenige Tage vor der Abstimmung wurde den Vereinen jedoch mitgeteilt, dass in Bayern nicht über diese Variante, sondern über ein Modell mit 18 Vereinen pro Staffel abgestimmt werden soll. Diese Veränderung erfolgte aus unserer Wahrnehmung ohne ausreichende Rücksprache mit der Initiative und den betroffenen Vereinen. Dadurch hat sich die Grundlage der Entscheidungsfindung erheblich verändert.
Besonders kritisch sehen wir, dass im Bereich des Bayerischen Fußball-Verbands nicht ausreichend über die Variante mit 20 Vereinen pro Staffel gesprochen werden konnte. Die Argumente für eine 20er-Liga wurden aus unserer Sicht nicht in der notwendigen Tiefe gehört und berücksichtigt.
Dabei liegen die Vorteile einer 20er-Liga auf der Hand: Sie würde wirtschaftlich bessere Rahmenbedingungen schaffen, weil zusätzliche Heimspiele mehr Planungssicherheit, höhere Zuschauereinnahmen, zusätzliche Spieltagsumsätze und bessere Vermarktungsmöglichkeiten ermöglichen. Gleichzeitig könnten mehr bayerische Vereine dauerhaft Teil der Regionalliga bleiben. Eine Reform darf deshalb nicht ausschließlich unter strukturellen oder verwaltungstechnischen Gesichtspunkten betrachtet werden, sondern muss auch die sportliche und wirtschaftliche Realität der Vereine berücksichtigen.
Aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen wollten wir uns bei der Abstimmung enthalten. Eine Enthaltung wurde vom Bayerischen Fußball-Verband jedoch nicht zugelassen. Gerade bei einer so grundlegenden Entscheidung hätten wir uns mehr Transparenz, mehr Einbindung und die Möglichkeit einer Enthaltung gewünscht.
Wir bedauern, dass unter diesen Voraussetzungen aus unserer Sicht keine solide Grundlage für eine sachgerechte Abstimmung gegeben war. Wenn zentrale Bestandteile eines Modells wenige Tage vor der Entscheidung verändert werden, die ursprünglich vorgestellte Variante nicht gewählt werden kann und wesentliche Argumente nicht ausreichend diskutiert werden, ist ein belastbares Ergebnis nur schwer möglich.
Für uns bleibt entscheidend: Der aktuelle Status quo ist nicht zufriedenstellend. Der deutsche Fußball braucht eine faire, transparente und zukunftsfähige Regionalliga-Struktur. Sportliche Leistung muss honoriert werden, die Interessen der Vereine müssen ernst genommen werden und eine Reform darf nicht an kurzfristigen Änderungen, fehlender Rücksprache oder unterschiedlichen regionalen Interessen scheitern.
Wir werden uns deshalb auch weiterhin für eine gerechte und nachhaltige Lösung einsetzen, die den Vereinen Planungssicherheit gibt und den sportlichen Wettbewerb wieder in den Mittelpunkt stellt.
