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9. Januar 2026Im Interview mit Chefcoach Lukas Kling: Über Entwicklung, Geduld und Teamgeist
Lukas, wie hast du persönlich den Start in deine zweite Saison als Cheftrainer erlebt – gab es etwas, das sich im Vergleich zur ersten Spielzeit deutlich anders angefühlt hat?
Der Start in die zweite Saison war insgesamt recht normal, auch was die Ergebnisse betrifft. Der größte Unterschied zur Vorsaison lag in der Zusammensetzung der Mannschaft: Wir hatten viele junge und neue Spieler, die wir zunächst integrieren und an das Tempo der Regionalliga heranführen mussten. Sehr positiv war jedoch von Beginn an der starke Zusammenhalt im Team sowie die hohe Lernbereitschaft der Spieler.
Die Mannschaft hatte in dieser Saison mit vielen Verletzungen zu kämpfen – was macht eine solche Situation mental und emotional mit einem Trainer?
Emotional ist das vor allem deshalb belastend, weil es mir für die betroffenen Spieler unheimlich leid tut, wenn sie über einen so langen Zeitraum ausfallen. Mental stellt uns die Situation als Trainerteam immer wieder vor neue Herausforderungen. Wir konnten kaum über mehrere Spiele hinweg mit derselben Startelf auflaufen und mussten auch während der Partien häufig früh wechseln. Das ist für den Spielfluss und die Stabilität natürlich nicht ideal.
Wie schwierig ist es, unter diesen Umständen Konstanz in Leistungen und Ergebnissen zu entwickeln, gerade wenn sich personell immer wieder etwas ändert?
Unter diesen Voraussetzungen ist es extrem schwierig, Konstanz aufzubauen. Wir mussten nahezu jedes Spiel personell neu reagieren und Spieler auf Positionen einsetzen, die nicht ihre Stammrollen sind. So lassen sich feste Abläufe und Automatismen nur schwer entwickeln. Auch für die Spieler selbst ist es nicht einfach, Rhythmus und Selbstvertrauen aufzubauen, wenn sie ständig umstellen müssen und immer wieder neue Nebenleute haben.
Vergleicht man das mit der vergangenen Saison, sieht man, was eine eingespielte Viererkette ausmachen kann. Damals waren wir defensiv sehr stabil und haben viele Spiele knapp gewonnen. In dieser Halbserie war diese personelle Kontinuität leider nicht gegeben.
Nach 20 Spieltagen steht das Team mit 21 Punkten auf Rang 13 – wie bewertest du diese Ausgangslage im Hinblick auf die Saisonziele?
Mit der aktuellen Punkteausbeute sind wir natürlich nicht zufrieden, das ist ganz klar. Im Hinblick auf unsere Saisonziele befinden wir uns dennoch im Soll, denn unser klares Ziel war und ist der Klassenerhalt. Gleichzeitig wissen wir, dass wir uns in der Rückrunde in der Ausbeute steigern müssen, um den Verbleib in der Liga möglichst frühzeitig abzusichern.
Siehst du trotz der Tabellenposition und der Punkteausbeute sportliche Entwicklungen oder Fortschritte, die vielleicht nicht sofort sichtbar sind?
Ja, die sehe ich auf jeden Fall. Wenn man allein betrachtet, wie viele Spieler in dieser Saison ihre ersten Einsätze in der Regionalliga hatten – etwa Höcker, Lennerth, Bucher, Seidel, Dachsbacher, Schäffner oder Dehler – ist das eine sehr positive Entwicklung. Dazu kommen Spieler wie Kraus, Weimer, Koc, Schäffner und Dachsbacher, die sich aus der eigenen Jugend oder der zweiten Mannschaft heraus Spielzeit erarbeitet haben.
Mit Seidel, Lennerth und Kraus haben sich inzwischen sogar feste Stammspieler etabliert, die anderen konnten sich über Kurzeinsätze oder Startelfeinsätze weiterentwickeln. Sicher hat die Personalsituation dabei eine Rolle gespielt, aber alle haben ihre erste Regionalliga-Hinrunde sehr ordentlich gestaltet und klare Fortschritte gemacht. Im mannschaftstaktischen Bereich sehe ich noch großes Entwicklungspotenzial – vor allem dann, wenn verletzte Spieler zurückkehren und wir personell wieder mehr Stabilität bekommen.
Was stimmt dich für die kommenden Wochen optimistisch und in welchen Bereichen siehst du noch den größten Verbesserungsbedarf?
Optimistisch stimmt mich vor allem, dass einige Spieler bald zurückkehren werden. Gleichzeitig gibt mir der Teamgeist sehr viel Zuversicht. Die Mannschaft hat sich – abgesehen von zwei Spielen – nie hängen lassen und immer bis zum Schluss alles investiert. Diese Mentalität nehmen wir mit in die Rückrunde, und deshalb gehe ich sehr positiv in die Vorbereitung.
Wie wichtig ist es in der aktuellen Situation, bei sich zu bleiben, ruhig weiterzuarbeiten und sich nicht von externen Störfaktoren oder Erwartungen von außen ablenken zu lassen?
Das ist enorm wichtig und genau das tun wir auch. Natürlich gibt es immer wieder Gerüchte oder externe Stimmen, die urteilen, ohne jemals einen echten Einblick in unsere Trainingsarbeit oder unsere internen Prozesse gehabt zu haben. Davon lassen wir uns nicht beeinflussen. Gerade wenn es sportlich nicht läuft, melden sich oft viele zu Wort, die glauben, alles besser zu wissen, ohne zu sehen, was intern tatsächlich geleistet wird, um den Verein wieder in ruhigeres Fahrwasser zu bringen. Deshalb bleiben wir bei uns, verfolgen konsequent unseren Plan und lassen uns von äußeren Störfeuern nicht von unserem Weg abbringen.
